| Verwaltetes Leben
Die «Kinder der Landstrasse» und ihre Akten
Eine multimediale Ausstellung mit Veranstaltungen
Haus zum Rech, Neumarkt 4, Zürich
13. April–14. Juli 2012
verlängert bis 29. September 2012!
Montag bis Freitag 8–18 Uhr, Samstag 10–16 Uhr, Feiertage geschlossen. Eintritt frei
Begleitveranstaltungen
zur Ausstellung im Haus zum Rech
26. April 2012, 19 Uhr (Restaurant Neumarkt Zürich)
Die Aktion «Kinder der Landstrasse» – 40 Jahre danach
Podiumsdiskussion mit Anne-Marie Pfaffen (Betroffene), Uschi Waser (Betroffene, Präsidentin Stiftung Naschet Jenische), Samuel Woodtli (Beratungsdienst Stiftung Naschet Jenische), Angeline Fankhauser (Alt Nationalrätin und ehemalige Mitarbeiterin Stiftung Pro Juventute)
40 Jahre sind es her, seit die Pro Juventute das «Hilfswerk für die Kinder der Landstrasse» einstellte. Für die Betroffenen ist dieses traurige Kapitel nicht einfach Geschichte, sondern Teil ihres Lebens. Welches waren und sind die Auswirkungen? Was ist wichtig im Umgang mit vergangenem Unrecht? Wie leben die Jenischen heute? Betroffene und Fachleute nehmen Stellung.
10. Mai 2012, 19 Uhr (Restaurant Neumarkt Zürich)
Aktenführung, Aktenaufbewahrung und Akteneinsicht
Podiumsdiskussion mit Claudia Kaufmann (Ombudsfrau der Stadt Zürich), Marcel Studer (Datenschutzbeauftragter der Stadt Zürich), Lucie Rehsche (Leiterin Sozialzentrum Dorflinde, Zürich), Anna Pia Maissen (Stadtarchivarin Zürich)
Akten werden in jeder Verwaltung angelegt. Zum einen gewähren sie Rechtssicherheit, zum anderen kann die Anlage von Akten über Personen schwerwiegende Folgen haben. Fachleute, die von Berufs wegen mit Akten zu tun haben, berichten aus ihrem Alltag und diskutieren die Probleme, die sich auch heute im Umgang mit Akten stellen. Wo werden Akten über Personen angelegt? Wer hat Zugang zu diesen Akten? Welche Akten werden aufbewahrt?
24. Mai 2012, 18.15 Uhr (Filmpodium Zürich)
Die letzten freien Menschen
Dokumentarfilm von Oliver M. Meyer, 1992
Filmvorführung und Diskussion mit dem Filmemacher, Maria Mehr (Fahrende), Hans Caprez (Journalist und Protagonist), Traute Merz (Mitglied der Fondskommission 1988–1991, Beratungsdienst Stiftung Naschet Jenische)
Der Film thematisiert die Situation der Jenischen während der bewegten Zeit der öffentlichen Aufarbeitung des «Hilfswerks für die Kinder der Landstrasse». Oliver M. Meyer gibt Einblick in den Alltag der Fahrenden und portraitiert zwei vom «Hilfswerk» betroffene Frauen. Der preisgekrönte Film ist ein Zeitdokument und ein Plädoyer für die Anerkennung der Fahrenden in der Schweiz als Minderheit, wie sie 1998 erfolgte.
Im Anschluss an den Film gibt es die Möglichkeit, mit dem Filmemacher sowie mit Betroffenen und Beteiligten über die Bedeutung dieser Zeit zu diskutieren.
7. Juni 2012, 18.15 Uhr (Filmpodium Zürich)
jung & jenisch – Ein Jahr mit Schweizer Zigeunern auf Achse
Dokumentarfilm von Martina Rieder und Karoline Arn, 2010
Filmvorführung und Diskussion mit den Filmemacherinnen, Pascal Gottier (Fahrender und Protagonist), Daniel Huber (Präsident Radgenossenschaft), Markus Notter (alt Regierungsrat und Präsident Stiftung Zukunft für Schweizer Fahrende)
Die Filmemacherinnen begleiten zwei junge jenische Paare auf ihren Reisen, bei der Arbeit und in der Freizeit. Mit ihrem Film wollen sie Einblick geben in eine Welt, die für Sesshafte sonst verschlossen bleibt. Nicht die Vergangenheit steht im Zentrum, sondern die Gegenwart. Der Film soll auch dazu beitragen, Vorurteile abzubauen.
Im Anschluss an den Film gibt es die Möglichkeit, mit den Filmemacherinnen, Jenischen und ihren Interessenvertretern über die aktuelle Situation der Fahrenden in der Schweiz zu diskutieren.
21. Juni 2012, 19 Uhr (Restaurant Neumarkt Zürich)
Biografien von und über Jenische
Lesung mit Jeanette Nussbaumer (jenische Autorin), Venanz Nobel (jenischer Autor und Journalist) und Willi Wottreng (Autor und Journalist)
Die Autoren geben mit Ausschnitten aus ihren literarischen Werken Einblicke in das einstige und gegenwärtige Leben von Jenischen.
Moderation: Sara Galle und Thomas Meier
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