Verwaltetes Leben
Die «Kinder der Landstrasse» und ihre Akten

Eine multimediale Ausstellung mit Veranstaltungen
13. April–14. Juli 2012
verlängert bis 29. September 2012!
Haus zum Rech, Neumarkt 4, Zürich
Montag bis Freitag 8–18 Uhr, Samstag 10–16 Uhr, Feiertage geschlossen. Eintritt frei

Zwischen 1926 und 1973 nahm die Stiftung Pro Juventute mit Hilfe der Behörden mehrere Hundert Kinder aus «Vagantenfamilien» weg und brachte sie in Pflegefamilien, Heimen und Anstalten unter. Ziel der Aktion «Kinder der Landstrasse» war es, die Kinder zu «brauchbaren Gliedern» der Gesellschaft zu erziehen.

Die Kinder und ihre Eltern wurden beobachtet und bewertet, ihr Leben in Akten verwaltet – mit schwerwiegenden Folgen. Sie wurden zu psychisch Kranken und Kriminellen gestempelt, die es zu bestrafen und verwahren galt.

Erst die kritische Berichterstattung in der Presse bewirkte 1973 das Ende der Aktion. Die Fahrenden schlossen sich in Organisationen zusammen und kämpfen seither mit den Betroffenen für ihre Rehabilitierung und die Anerkennung ihrer Lebensform. 1986 entschuldigte sich der Bundesrat, 1987 schliesslich auch die Pro Juventute für das begangene Unrecht und das ihnen zugefügte Leid.

Die Ausstellung ermöglicht einen multimedialen Zugang zur Thematik und richtet sich an ein breites Publikum. Sie wird begleitet von einem Rahmenprogramm mit Filmvorführungen, Podiumsveranstaltungen und einer Lesung.
Für Schulklassen werden spezielle Workshops angeboten, für Gruppen Führungen sowie Gespräche mit einem ehemaligen «Kind der Landstrasse».

 

Impressum

 

 

Begleitpublikation
Sara Galle/Thomas Meier, Von Menschen und Akten. Die Aktion «Kinder der Landstrasse» der Stiftung Pro Juventute, Chronos: Zürich 2009.
248 S. 130 Abb. s/w Grafiken und Karten. Mit DVD Geb. CHF 38.00 / EUR 24.00
ISBN 978-3-0340-0944-7


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